Die Frage nach der Kündigung gehört zu den heikelsten im Gespräch – und sie kommt fast immer. Sie lässt sich nicht vermeiden. Aber sie lässt sich so vorbereiten, dass aus einem wunden Punkt eine ruhige, glaubwürdige Antwort wird.
Warum die Frage so viel Druck erzeugt
Eine Kündigung berührt etwas Persönliches. Im Gespräch entsteht schnell der Reflex, sich zu rechtfertigen, Schuld zuzuweisen oder die Sache kleinzureden. Genau das hinterlässt aber den Eindruck, den man eigentlich vermeiden will: Unsicherheit.
Wichtig zu wissen: Eine Kündigung ist in vielen Lebensläufen normal. Reorganisationen, Stellenabbau, neue Strategien – Ihr Gegenüber kennt das. Es geht nicht darum, ob etwas passiert ist, sondern wie Sie es einordnen.
Erklären statt rechtfertigen
Eine gute Antwort folgt drei Ebenen: Sie nennen sachlich, was passiert ist. Sie ordnen ein, was das heute bedeutet – ohne Groll. Und Sie führen nach vorne: warum Sie zur neuen Stelle passen. Der Ton bleibt ruhig, die Richtung zeigt nach vorne.
Beispiel: gekündigt nach einer Reorganisation
Derselbe Sachverhalt, zwei sehr unterschiedliche Wirkungen:
„Mein Vorgesetzter und ich hatten unterschiedliche Vorstellungen, und am Ende musste ich gehen. Ehrlich gesagt war das ungerecht – aber so ist es eben gelaufen."
- Stellt eine Schuldfrage in den Raum
- Klingt verbittert und ungelöst
- Bleibt in der Vergangenheit hängen
„Im Zuge einer Reorganisation wurde meine Abteilung verkleinert und meine Stelle gestrichen – eine unternehmerische Entscheidung. Aus der Zeit nehme ich [konkrete Erfahrung] mit und suche jetzt gezielt eine Aufgabe, in der ich genau das einbringen kann."
- Nennt den sachlichen Grund
- Wertet nicht und beschuldigt niemanden
- Führt zur neuen Stelle hin
Was Sie besser vermeiden
- Schlecht über den früheren Arbeitgeber oder Vorgesetzten sprechen.
- Sich für etwas entschuldigen, das nicht Ihr Fehler war.
- Mehr Details preisgeben, als die Frage verlangt.
Das Wichtigste in Kürze
- Eine Kündigung ist normal – entscheidend ist, wie Sie sie einordnen.
- Sachlich bleiben, nicht rechtfertigen, niemanden beschuldigen.
- Die Antwort endet immer nach vorne: bei der Passung zur neuen Stelle.