Die Lohnfrage entscheidet selten über die Stelle – aber ein unvorbereiteter Umgang damit kann Verhandlungsspielraum kosten. Vorbereitung hilft: Timing, Formulierung und eine realistische Einschätzung.
Timing: nicht zu früh
Die beste Antwort auf eine frühe Lohnfrage ist selten eine konkrete Zahl. Solange die Stelle und der beidseitige Fit nicht geklärt sind, verschenken Sie mit einer voreiligen Zahl Spielraum. Sie dürfen den Ball höflich zurückspielen oder eine Spanne nennen.
Eine Spanne statt einer Zahl
Nennen Sie – wenn nötig – eine Spanne, die auf dem Schweizer Marktniveau für Rolle, Region und Branche beruht. Eine Recherche vorab (Lohnrechner, Branchenerhebungen, Stelleninserate) gibt Ihnen Sicherheit. Eine Spanne signalisiert Verhandlungsbereitschaft, ohne sich festzulegen. Dies ist eine allgemeine Orientierung und keine Lohn- oder Rechtsberatung.
Beispiel: die frühe Lohnfrage
„Ich stelle mir ein fixes Jahresgehalt vor und nenne direkt eine Zahl."
- Legt sich zu früh fest
- Verschenkt Spielraum nach oben
- Ohne Bezug zur noch offenen Rolle
„Das hängt vom Zuschnitt der Rolle ab. Auf Basis des Marktniveaus für eine vergleichbare Position bewege ich mich in einer Spanne von [X bis Y] – das konkretisieren wir gern, sobald die Aufgaben klar sind."
- Knüpft die Zahl an die Rolle
- Nennt eine marktbasierte Spanne
- Hält die Tür für die Verhandlung offen
Wenn eine Zahl unvermeidlich ist
Manche Formulare oder Recruiter verlangen früh eine Angabe. Dann nennen Sie eine gut begründete Spanne und markieren sie als vorläufig. Wichtig ist, dass Sie Ihre Untergrenze vorher für sich selbst kennen – so geraten Sie im Gespräch nicht unter Wert.
Das Wichtigste in Kürze
- Nennen Sie nicht zu früh eine fixe Zahl – erst Rolle und Fit klären.
- Eine marktbasierte Spanne signalisiert Bereitschaft, ohne Spielraum zu verschenken.
- Kennen Sie Ihre Untergrenze, bevor Sie ins Gespräch gehen.