Ein Burnout lässt sich im Gespräch ansprechen, ohne sich angreifbar zu machen. Der Schlüssel liegt in der Einordnung: was war, was Sie daraus mitnehmen, und warum Sie heute bereit sind.
Warum das Thema so heikel wirkt
Ein Burnout berührt die Frage der Belastbarkeit – und genau da entsteht die Sorge, als „nicht belastbar" zu gelten. Diese Sorge ist verständlich, führt aber oft zu zwei Fehlern: Entweder wird das Thema ängstlich verschwiegen und wirkt bei Nachfragen unsicher, oder es wird zu ausführlich erklärt.
Erklären in drei Schritten
Was war (sachlich, kurz)? Was habe ich daraus gelernt (Grenzen, Frühzeichen, Arbeitsweise)? Warum bin ich heute bereit? Der Fokus liegt klar auf Gegenwart und Zukunft, nicht auf der Krise.
Beispiel: Rückkehr nach einer Auszeit
„Ich hatte einen Burnout, weil in meinem alten Job einfach alles zu viel wurde. Das war eine harte Zeit."
- Verortet die Ursache beim alten Arbeitgeber
- Bleibt in der Belastung
- Sagt nichts über heute
„Nach einer intensiven Phase habe ich bewusst eine Auszeit genommen und daraus gelernt, wie ich Prioritäten setze und früh gegensteuere. Heute arbeite ich strukturierter als zuvor – und bin bereit für [Aufgabe]."
- Benennt ruhig, ohne Schuldzuweisung
- Zeigt einen konkreten Lerneffekt
- Führt in die Gegenwart
Worauf es ankommt
- Kurz halten – ein, zwei Sätze genügen.
- Den Lerneffekt konkret machen, nicht nur behaupten.
- Nicht über den früheren Arbeitgeber klagen.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Burnout ist erklärbar – entscheidend ist die Einordnung, nicht das Verschweigen.
- Drei Schritte: was war, was Sie gelernt haben, warum Sie heute bereit sind.
- Kurz, ruhig und nach vorne gerichtet.