Ob und wie man eine Krankheit im Bewerbungsprozess anspricht, verunsichert viele. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen müssen Sie weniger offenlegen, als Sie denken – und für den Rest lässt sich eine ruhige Formulierung vorbereiten.
Was Sie erwähnen müssen – und was nicht
Als grobe Orientierung gilt in der Schweiz: Fragen zum Gesundheitszustand sind nur zulässig, soweit sie die Eignung für die konkrete Stelle betreffen. Eine ausgeheilte oder für die Aufgabe nicht relevante Erkrankung müssen Sie in der Regel nicht von sich aus ansprechen. Relevant wird das Thema erst, wenn eine Einschränkung die Kernaufgaben der Stelle dauerhaft und wesentlich betrifft.
Das heisst: Nicht jede Diagnose und nicht jede vergangene Phase gehört ins Gespräch. Sie entscheiden, was Sie teilen – solange es die Eignung für die Stelle nicht direkt berührt. Dies ist eine allgemeine Orientierung und keine Rechtsberatung.
Wenn das Thema aufkommt
Wird eine gesundheitliche Frage doch relevant – etwa, weil eine längere Lücke im Lebenslauf darauf zurückgeht – gilt dasselbe Muster wie bei anderen heiklen Themen: sachlich benennen, Abschluss betonen, nach vorne führen.
Beispiel: eine Lücke durch Krankheit
„Ich war eine Zeit lang krank, das war schwierig, darüber spreche ich nicht so gern."
- Wirkt ausweichend
- Macht das Thema grösser, als es sein muss
- Lädt zu weiteren Nachfragen ein
„Diese Zeit habe ich genutzt, um eine gesundheitliche Situation vollständig auszukurieren. Sie ist heute abgeschlossen, ich bin voll einsatzfähig – und freue mich darauf, [Aufgabe] anzugehen."
- Benennt ruhig und knapp
- Betont Abschluss und Gegenwart
- Führt zur Aufgabe hin
Was Sie nicht tun müssen
- Diagnosen oder medizinische Details nennen.
- Sich für eine Erkrankung rechtfertigen.
- Mehr erzählen, als die Frage verlangt.
Das Wichtigste in Kürze
- Sie müssen nur offenlegen, was die Eignung für die konkrete Stelle betrifft.
- Kommt das Thema auf: sachlich benennen, Abschluss betonen, nach vorne führen.
- Keine Diagnosen, keine Rechtfertigung, keine unnötigen Details.